Start  /  QNG-PLUS oder PREMIUM: Welche Stufe braucht ein privater Bauherr?

QNG-PLUS oder PREMIUM: Welche Stufe braucht ein privater Bauherr?

Für die KfW-Förderung reicht QNG-PLUS – das ist die Mindeststufe, mehr verlangt kein Förderprogramm. PLUS und PREMIUM unterscheiden sich nur in der Strenge der Grenzwerte: Bei PLUS darf ein Neubau höchstens 24 kg CO2 und 96 kWh Primärenergie je Quadratmeter und Jahr verursachen, mindestens 50 % des verbauten Holzes müssen zertifiziert sein. PREMIUM verlangt schärfere Werte (20 kg CO2, 64 kWh, 80 % Holz) und einen höheren Barrierefreiheits-Standard. Für ein normales Ein- oder Zweifamilienhaus mit KfW-Förderziel ist PLUS die richtige Wahl.

Kurz erklärt: Was ist der Unterschied zwischen QNG-PLUS und PREMIUM?

Das QNG (Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude) ist ein Gütesiegel des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Es gibt es in genau zwei Stufen: PLUS und PREMIUM. Beide prüfen dieselben Themen – Klimawirkung, Energie, Baumaterial, Barrierefreiheit – nur mit unterschiedlich strengen Grenzwerten. PLUS ist das Minimum, das der Bund festgelegt hat. Wer PLUS schafft, hat ein anerkanntes, nachhaltiges Gebäude. PREMIUM ist die höhere Stufe: gleiche Kategorien, aber die Latte liegt deutlich höher. Ein PREMIUM-Gebäude ist also sparsamer, klimafreundlicher und barriereärmer als ein PLUS-Gebäude. Wichtig für private Bauherren: Für die staatliche KfW-Förderung genügt PLUS. Ob Sie PLUS oder PREMIUM erreichen, hat nach heutigem Stand keinen Einfluss auf die Höhe der KfW-Förderung. PREMIUM ist also eine freiwillige Zusatz-Auszeichnung, kein Muss. (Stand: Juli 2026. Quelle: QNG-Handbuch Anlage 3, qng.info; KfW-Programm 297/298.)

Die konkreten Grenzwerte von PLUS und PREMIUM im Überblick

Der Kern des Unterschieds sind vier feste Anforderungen aus der QNG-Anlage 3. Sie gelten bundesweit und bei jeder Zertifizierungsstelle gleich. Alle Werte beziehen sich auf die Netto-Raumfläche (NRF) und den kompletten Lebenszyklus über 50 Jahre. 1. CO2 (Treibhauspotenzial über den Lebenszyklus): – PLUS: höchstens 24 kg CO2-Äquivalent je m² und Jahr – PREMIUM: höchstens 20 kg CO2-Äquivalent je m² und Jahr 2. Primärenergie (nicht erneuerbar, über den Lebenszyklus): – PLUS: höchstens 96 kWh je m² und Jahr – PREMIUM: höchstens 64 kWh je m² und Jahr 3. Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft (FSC- oder PEFC-zertifiziert): – PLUS: mindestens 50 % des neu eingebauten Holzes – PREMIUM: mindestens 80 % des neu eingebauten Holzes 4. Barrierefreiheit (nur bei Neubau mit mehr als 5 Wohneinheiten): – PLUS: mindestens 80 % der Wohnungen erfüllen den Standard „ready besuchsgeeignet" (7 von 8 Kriterien) – PREMIUM: alle Wohnungen erfüllen „ready plus" (u. a. echter Aufzug statt nur vorbereitet) Wichtig: Bei CO2 und Primärenergie müssen beide Werte gleichzeitig eingehalten werden. Reißt auch nur einer, gibt es kein Siegel – egal wie gut der Rest ist. Das ist das wichtigste K.-o.-Kriterium. (Quelle: QNG-Handbuch Anlage 3, Anforderungen 1–4, WG23; qng.info, Stand Juli 2026.)

Was bedeuten die Grenzwerte praktisch für Ihren Neubau?

Die Zahlen klingen abstrakt – hier, was dahintersteckt. CO2 und Primärenergie hängen vor allem an zwei Dingen: der Heiztechnik und den Baustoffen. Eine Wärmepumpe statt Gasheizung, gute Dämmung und eine PV-Anlage senken beide Werte. Auch die Wahl der Baustoffe zählt, weil die Herstellung von Beton und Stahl viel CO2 verursacht. Für PLUS reicht in der Regel ein solider Effizienzhaus-40-Neubau mit Wärmepumpe. Für PREMIUM (20 statt 24 kg CO2) muss meist zusätzlich beim Material gespart werden – zum Beispiel mehr Holz und weniger Beton. Holz-Nachweis: Entscheidend ist nicht, wie viel Holz Sie verbauen, sondern dass das verbaute Holz zertifiziert ist. Sie brauchen für mindestens die Hälfte (PLUS) bzw. 80 % (PREMIUM) des Holzes einen FSC- oder PEFC-Nachweis. Das lässt sich über Klauseln im Bauvertrag und Lieferscheine regeln – die ausführenden Firmen müssen mitziehen. Barrierefreiheit: Für das klassische Einfamilienhaus ist dieser Punkt kein Thema – er greift erst ab mehr als 5 Wohneinheiten. Wer also ein EFH oder ein kleines Zweifamilienhaus baut, muss sich um die „ready"-Regeln nicht kümmern. Praktisches Fazit: Der Sprung von PLUS auf PREMIUM kostet meist Mehraufwand bei Planung und Material, ohne mehr Förderung zu bringen. Deshalb entscheiden sich die meisten privaten Bauherren mit Förderziel für PLUS.

Warum PLUS für die KfW-Förderung genügt

Die wichtigste KfW-Förderung für nachhaltigen Neubau heißt „Klimafreundliches Wohngebäude – mit QNG" (Programm 297/298). Sie bringt einen zinsgünstigen Kredit von bis zu 150.000 Euro je Wohnung. Voraussetzung dafür sind zwei Dinge gleichzeitig: – der Effizienzhaus-40-Standard (energetisch) und – mindestens QNG-PLUS (Nachhaltigkeit). PLUS ist also die Eintrittskarte zur Förderung. PREMIUM erhöht die Förderung nach heutigem Stand nicht – der Kreditrahmen ist derselbe. Wer ausschließlich fördern lassen will, hat mit PLUS bereits alles erreicht. Wichtig: Der KfW-Antrag muss vor Baubeginn gestellt werden. Und ganz am Ende meldet die Zertifizierungsstelle die Siegelvergabe ans BBSR und erhält eine Registrierungsnummer – erst damit ist das Siegel als KfW-Nachweis gültig. (Quelle: kfw.de, Programm 297/298; qng.info FAQ. Fördersätze und Programmdetails können sich ändern – prüfen Sie vor Antragstellung den aktuellen Stand bei der KfW.)

Wann lohnt sich PREMIUM überhaupt?

PREMIUM ist kein Muss – aber es kann in einzelnen Fällen sinnvoll sein: – Wenn Sie ohnehin sehr ambitioniert bauen (viel Holz, konsequent CO2-arm), erreichen Sie PREMIUM oft fast nebenbei und nehmen die höhere Auszeichnung mit. – Wenn der Werterhalt und die Vermarktbarkeit wichtig sind – etwa weil Sie später verkaufen oder vermieten wollen – kann das höhere Siegel ein Verkaufsargument sein. – Wenn Sie aus persönlicher Überzeugung das nachhaltigste erreichbare Ergebnis wollen. Gegen PREMIUM spricht: mehr Planungs- und Materialaufwand, ohne dass die KfW mehr zahlt. Für die meisten privaten Ein- und Zweifamilienhäuser ist PLUS deshalb die pragmatische Wahl. Ein ehrlicher Hinweis zur Praxis: PLUS ist bei allen Zertifizierungsstellen die dokumentierte Standard-Stufe. Die genaue Abwicklung von PREMIUM ist aus den öffentlichen Unterlagen mancher Stellen nicht durchgängig belegt. Wenn PREMIUM Ihr Ziel ist, klären Sie das früh mit Ihrer Zertifizierungsstelle und Ihrem Auditor.

So finden Sie heraus, welche Stufe Ihr Haus erreicht

Ob Ihr geplanter Neubau PLUS oder PREMIUM schafft, hängt von der Planung ab – vor allem von Heiztechnik, Dämmung, PV-Anlage und Baustoffwahl. Vieles davon wird schon in der Entwurfsphase festgelegt, deshalb lohnt sich eine frühe Einschätzung. Drei Schritte für Bauherren: 1. Grobe Selbsteinschätzung: Bauen Sie Effizienzhaus 40 mit Wärmepumpe? Dann ist PLUS realistisch. Setzen Sie zusätzlich stark auf Holzbau und CO2-arme Materialien? Dann könnte PREMIUM in Reichweite sein. 2. Fachliche Vorprüfung: Ein Energieberater oder QNG-Auditor rechnet die Ökobilanz und prüft, wo Sie bei CO2, Primärenergie und Holz stehen. 3. Zertifizierung: Ein von der jeweiligen Stelle anerkannter Auditor begleitet Planung und Bau und erstellt die Nachweise. Für Ein- bis Fünffamilienhäuser ist das System BNK der Stelle BiRN meist der günstigste Weg – dort ist das QNG-Siegel ohne Aufpreis integriert. Unser kostenloser QNG-Check gibt Ihnen in wenigen Minuten eine erste, neutrale Einschätzung, welcher QNG-Stand für Ihr Vorhaben realistisch ist – ohne Verkaufsdruck.

🎬 Video dazu: Kurzes Erklärvideo (60–90 Sek.): Split-Screen „PLUS vs. PREMIUM\" mit den vier Grenzwert-Paaren als animierte Zahlen-Gegenüberstellung (CO2 24/20, Primärenergie 96/64, Holz 50/80 %, Barrierefreiheit ready/ready-plus). Klare Kernaussage am Ende einblenden: „Für die KfW-Förderung reicht PLUS.\" Mit VideoObject-Schema und Transkript einbetten, damit auch KI-Antwortmaschinen die Kernbotschaft und die Zahlen erfassen. Neutraler Ton, kein Verkauf.

Ist dein Bauvorhaben förderfähig?

Sie wollen wissen, ob Ihr Neubau PLUS oder PREMIUM schafft? Machen Sie den kostenlosen QNG-Check – in wenigen Minuten und ohne Verkaufsdruck. Oder finden Sie direkt einen QNG-Auditor in Ihrer PLZ-Region für die verbindliche Vorprüfung.

Jetzt kostenlos prüfen →
Häufige Fragen

Ehrlich beantwortet

Reicht QNG-PLUS für die KfW-Förderung?
Ja. Für die KfW-Förderung „Klimafreundliches Wohngebäude – mit QNG" (Programm 297/298) ist mindestens QNG-PLUS die Voraussetzung – zusätzlich zum Effizienzhaus-40-Standard. PREMIUM erhöht die Förderung nach heutigem Stand nicht. Für private Bauherren mit Förderziel ist PLUS also die richtige Stufe. (Quelle: kfw.de, qng.info, Stand Juli 2026.)
Was sind die genauen CO2-Grenzwerte für PLUS und PREMIUM?
Über den gesamten Lebenszyklus (50 Jahre) darf ein Wohngebäude bei QNG-PLUS höchstens 24 kg CO2-Äquivalent je Quadratmeter Netto-Raumfläche und Jahr verursachen, bei PREMIUM höchstens 20 kg. Zusätzlich gilt eine Grenze für die nicht erneuerbare Primärenergie: 96 kWh (PLUS) bzw. 64 kWh je m² und Jahr (PREMIUM). Beide Werte müssen gleichzeitig eingehalten werden. (Quelle: QNG-Handbuch Anlage 3, qng.info.)
Wie viel Holz muss zertifiziert sein?
Bei QNG-PLUS müssen mindestens 50 % des neu eingebauten Holzes aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen und FSC- oder PEFC-zertifiziert sein, bei PREMIUM mindestens 80 %. Erfasst werden fest eingebaute Holzelemente wie Wände, Decken, Fassaden, Böden, Treppen, Türen und Fensterrahmen. Fehlen die Herkunftsnachweise, fehlt eine QNG-Pflicht. (Quelle: QNG-Handbuch Anlage 3.)
Gilt die Barrierefreiheits-Anforderung auch für mein Einfamilienhaus?
Nein. Die QNG-Barrierefreiheits-Anforderung greift erst bei Neubauten mit mehr als 5 Wohneinheiten. Für ein Einfamilienhaus oder ein kleines Zweifamilienhaus entfällt dieser Punkt vollständig – Sie müssen sich um die „ready"-Regeln nicht kümmern. (Quelle: QNG-Handbuch Anlage 3, Anforderung 4.)
Bringt PREMIUM mehr KfW-Förderung als PLUS?
Nach heutigem Stand nicht. Der KfW-Kreditrahmen (bis 150.000 Euro je Wohnung im Programm 297/298) ist bei PLUS und PREMIUM gleich. PREMIUM ist eine höhere freiwillige Auszeichnung, aber kein finanzieller Vorteil bei der Förderung. Fördersätze können sich ändern – prüfen Sie vor Antragstellung den aktuellen Stand bei der KfW.
Was passiert, wenn mein Gebäude einen der Grenzwerte knapp verfehlt?
Dann gibt es kein QNG-Siegel – auch nicht in einer niedrigeren Stufe. Die Grenzwerte für CO2 und Primärenergie sind harte K.-o.-Kriterien: Reißt auch nur einer der beiden Werte, wird kein Siegel erteilt, egal wie gut der Rest des Gebäudes ist. Deshalb ist eine frühe Vorprüfung in der Planungsphase wichtig, solange sich Heiztechnik und Materialien noch anpassen lassen.
Ist das QNG-Siegel automatisch im Zertifikat enthalten?
Das hängt von der Zertifizierungsstelle ab. Beim System BNK der Stelle BiRN (für 1–5 Wohneinheiten) sind die QNG-Anforderungen direkt integriert – das Siegel gibt es ohne Aufpreis und ohne Zusatzprüfung. Bei der DGNB ist die QNG-Prüfung eine gesondert beauftragte und bezahlte Zusatzleistung (400–750 Euro netto). In allen Fällen kommt das Honorar Ihres Auditors zusätzlich hinzu. (Quelle: bau-irn.com, dgnb.de, Stand Juli 2026.)