Was ist der QNG-Check – und warum lohnt er sich?
Das QNG ist ein Gütesiegel des Bundes (Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, BMWSB). Für die KfW-Neubauförderung „Klimafreundliches Wohngebäude – mit QNG" (Programm 297/298, bis 150.000 € Kredit je Wohnung) ist es die Eintrittskarte: Wer diese Förderung will, braucht mindestens die Stufe QNG-PLUS – zusätzlich zum Effizienzhaus-40-Standard. Der QNG-Check ersetzt keine Zertifizierung. Er beantwortet Ihnen vorab eine einfache Frage: Bin ich auf dem richtigen Weg – oder gibt es einen K.-o.-Punkt, der das Siegel von vornherein verhindert? So gehen Sie nicht blind in ein teures Verfahren, sondern wissen, wo Sie stehen, bevor Sie einen Auditor beauftragen. Der Check ist unabhängig und kostenlos: Wir verkaufen Ihnen nichts, sondern zeigen nur die belegten Anforderungen (Quelle: qng.info, KfW 297/298; Stand Juli 2026).
So funktioniert der Check – Schritt für Schritt
1. Fragen beantworten: Sie klicken sich in rund einer Minute durch wenige verständliche Fragen zu Ihrem Bauvorhaben. Fachkenntnisse brauchen Sie nicht – wo es hilft, gibt es kurze Erklärungen. 2. Ergebnis ansehen: Der Check zeigt Ihnen sofort, ob Ihr Vorhaben grundsätzlich QNG-fähig ist, welche Stufe (PLUS oder PREMIUM) realistisch erscheint und welche Pflicht-Punkte noch offen sind. 3. Auditor per PLZ finden: Zum Schluss geben Sie Ihre Postleitzahl ein. Sie erhalten einen Hinweis auf QNG-Auditoren und Zertifizierungsstellen, die zu Ihrer Region und Gebäudegröße passen. Alle Angaben bleiben eine Selbsteinschätzung. Für das echte Siegel prüft später eine akkreditierte Stelle (z. B. BiRN, DGNB oder NaWoh) die vollständigen Nachweise.
Was der Check prüft: Gebäudetyp, EH40, Heizung, Ökobilanz, Holz
Gebäudetyp: Das QNG für Wohngebäude (Variante WG23) gibt es nur für einen Neubau oder eine Komplettmodernisierung (ein Abriss mit Ersatzneubau zählt als Neubau). Eine normale Sanierung oder eine einzelne Maßnahme fällt nicht darunter – dafür gibt es kein QNG (Quelle: qng.info, FAQ 3.7 / Anlage 1). Effizienzhaus 40 (EH40): Für die KfW-Förderung 297/298 ist der Effizienzhaus-40-Standard Pflicht – zusätzlich zum QNG. Zum EH40-Nachweis gehört auch eine Luftdichtheitsmessung (BlowerDoor nach DIN EN ISO 9972). Heizung und erneuerbare Energie: Das Gebäude braucht eine Anlage zur erneuerbaren Energie (z. B. Photovoltaik, Solarthermie, Geothermie/Wärmepumpe) oder einen Fernwärme-Anschluss. Fossile Öl- oder Gasheizungen passen nicht zum Ziel. Ökobilanz (das wichtigste K.-o.-Kriterium): Über den Lebenszyklus (50 Jahre) müssen zwei Werte gleichzeitig eingehalten werden – CO₂ höchstens 24 kg CO₂-Äq./m²·a (PLUS) bzw. 20 (PREMIUM) UND nicht erneuerbare Primärenergie höchstens 96 bzw. 64 kWh/m²·a (bezogen auf die Netto-Raumfläche). Reißt auch nur einer der beiden Werte, gibt es kein Siegel. Zertifiziertes Holz: Mindestens 50 % (PLUS) bzw. 80 % (PREMIUM) der neu eingebauten Hölzer müssen FSC- oder PEFC-zertifiziert sein. Ohne Herkunftsnachweise fehlt eine QNG-Pflicht (Quelle: qng.info Anlage 3).
Ihr Ergebnis: PLUS, PREMIUM oder was noch fehlt
Der Check ordnet Ihr Vorhaben ein: • QNG-PLUS: Sie erfüllen die PLUS-Grenzwerte (CO₂ ≤ 24, Primärenergie ≤ 96 kWh/m²·a) und die weiteren Pflichten. Das ist die Stufe, die für die KfW-Förderung mindestens nötig ist. • QNG-PREMIUM: Die strengeren Werte (≤ 20 / ≤ 64) sind erreichbar. PREMIUM ist die höhere Nachhaltigkeitsstufe; die KfW-Förderhöhe hängt bisher aber nicht davon ab, ob PLUS oder PREMIUM erreicht wird. • Noch nicht förderfähig: Ein Pflicht-Punkt ist offen (z. B. Gebäudetyp passt nicht, Ökobilanz-Grenzwert gerissen, Holznachweis fehlt). Der Check nennt den konkreten Punkt, damit Sie mit Architekt und Energieberater gezielt nachbessern können. Bei Neubauten mit mehr als 5 Wohneinheiten kommt zusätzlich die Barrierefreiheit („ready"-Standard) als Pflicht dazu. Bei Ein- und kleinen Mehrfamilienhäusern entfällt dieser Punkt.
Welche Zertifizierungsstelle passt zu Ihrem Haus?
Das QNG selbst ist überall gleich – die Grenzwerte gibt der Bund vor. Unterschiedlich sind Kosten, Verfahren und Zielgruppe der Stellen. Für private Bauherren sind vor allem drei relevant (Stand Juli 2026, alle Gebühren netto, ohne Auditor-Honorar): • BiRN (BNK/BNG), Bamberg: Speziell für kleine Wohnhäuser. BNK ab 1 Wohneinheit ab 595 € (2 WE 795 €, 5 WE 1.495 €). Das QNG ist ohne Aufpreis integriert. Günstigster Einstieg für das Ein- bis Fünffamilienhaus. • DGNB, Stuttgart: System „Kleine Wohngebäude" bis 12 WE, für Neubau und Sanierung. Gebühr z. B. 750 €/1.350 € (bis 2 WE, Mitglied/Nicht-Mitglied); die QNG-Prüfung kostet 400–750 € extra. International bekanntes Zertifikat mit Stufen Silber/Gold/Platin. • NaWoh, Berlin: Nur Geschosswohnungsbau ab 3 Wohneinheiten – keine Einfamilienhäuser. Pre-Check 1.400 €, Siegel bis 12 WE 5.500/6.000 €. Günstig für größere Mehrfamilienhäuser. Eine vierte Stelle (ZERT-NG/LNB) gibt es nur für öffentliche Auftraggeber und ist für private Bauherren nicht nutzbar. In jedem Fall kommt zum Zertifikatspreis noch das Honorar Ihres Auditors – meist der größte Kostenblock.
Unabhängig, keine Garantie: was der Check ist und was nicht
Dieser QNG-Check ist eine unabhängige Orientierungshilfe und kein offizielles Angebot des Bundes. Er liefert eine erste Einschätzung anhand vereinfachter Annahmen – er ersetzt weder die Planung durch einen Energieberater noch die spätere Zertifizierung. Das rechtsverbindliche Siegel vergibt ausschließlich eine akkreditierte Zertifizierungsstelle über ihre Auditoren, nach vollständiger Prüfung der Nachweise. Erst wenn die Stelle die Siegelvergabe ans BBSR meldet und eine Registrierungsnummer erhält, ist das Siegel als KfW-Nachweis brauchbar. Wir haben nur belegte Fakten aus offiziellen Quellen verwendet (qng.info, KfW, sowie die Gebühren- und Zertifizierungsordnungen der Stellen). Wo sich Angaben ändern können, gilt der Stand Juli 2026. Der Check speichert keine Werbe-IDs und verkauft Ihre Daten nicht.
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