Was ist das QNG genau?
Das QNG ist kein Produkt, das man kauft, sondern ein staatliches Siegel, das ein Gebäude nach einer unabhängigen Prüfung erhält. Herausgeber ist das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB); die fachliche Betreuung liegt beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Seit 2023 gilt für Wohngebäude jeder Größe einheitlich die Siegelvariante WG23 — sowohl für den Neubau als auch für die Komplettmodernisierung. Es gibt zwei Stufen: QNG-PLUS für überdurchschnittliche Qualität und QNG-PREMIUM für deutlich überdurchschnittliche Qualität. Wichtig zu wissen: Das Siegel bekommen Sie nicht direkt vom Staat. Der Weg führt immer über ein registriertes Bewertungssystem (z. B. BNK/BNG, DGNB oder NaWoh) und eine akkreditierte Zertifizierungsstelle mit einem Auditor. Einen Direktweg beim Bund gibt es nicht. (Quelle: qng.info, Stand Juli 2026)
Warum brauche ich das QNG? Die KfW-Förderung 297/298
Der wichtigste Grund für private Bauherren ist die KfW-Förderung „Klimafreundlicher Neubau" (Kredit 297/298). Sie hat zwei Stufen: • Stufe „Klimafreundliches Wohngebäude" (Effizienzhaus 40 ohne Siegel): zinsgünstiger Kredit bis 100.000 € pro Wohnung. • Stufe „mit QNG": Kredit bis 150.000 € pro Wohnung — also 50.000 € mehr geförderter Kredit je Wohnung. Für die höhere Stufe reicht mindestens QNG-PLUS (zusätzlich zum Effizienzhaus-40-Standard). Für Familien gibt es zusätzlich das Programm „Wohneigentum für Familien" (Kredit 300), bei dem das QNG ebenfalls die höheren Kreditbeträge freischaltet. Bei Vermietung kommt außerdem die Sonder-Abschreibung nach § 7b EStG in Betracht (Voraussetzung u. a. Effizienzhaus 40 + QNG-PLUS, Bauantrag vor dem 1.10.2029). (Quelle: kfw.de, Stand Juli 2026)
Was bringt mir das QNG konkret?
Der finanzielle Kern ist der um bis zu 50.000 € pro Wohnung höhere, zinsgünstige KfW-Kredit — plus die mögliche § 7b-Sonderabschreibung bei Vermietung. Ob PLUS oder PREMIUM erreicht wird, ändert die Förderhöhe der KfW dabei nicht: Für die Förderung zählt, dass eines der beiden Siegel vorhanden ist. Dazu kommt der dokumentarische Wert: Ein QNG-Gebäude ist vollständig dokumentiert — Materialien, Nachweise, Ökobilanz und Messungen sind belegt. Das kann sich beim Wiederverkauf und bei künftigen gesetzlichen Anforderungen positiv auf den Wert auswirken. Geprüft werden bundesweit einheitliche Pflicht-Anforderungen (QNG-Handbuch Anlage 3), die bei jeder Zertifizierungsstelle identisch sind: eine Ökobilanz über den Lebenszyklus (PLUS: max. 24 kg CO₂-Äquivalent/m²·a und max. 96 kWh/m²·a nicht erneuerbare Primärenergie), mindestens 50 % zertifiziertes Holz (FSC/PEFC), Schadstoffvermeidung in Baumaterialien und — nur bei mehr als 5 Wohneinheiten — Barrierefreiheit nach dem „ready"-Standard. (Quelle: qng.info Handbuch Anlage 3, Stand Juli 2026)
Für wen ist das QNG gedacht?
Das QNG für Wohngebäude (Variante WG23) gilt für den Neubau und die Komplettmodernisierung von Wohngebäuden — vom Einfamilienhaus bis zum großen Mehrfamilienhaus. Eine normale Sanierung oder eine Einzelmaßnahme fällt nicht darunter. Für private Bauherren sind drei der vier zugelassenen Zertifizierungsstellen nutzbar: • Einfamilienhaus bis 5 Wohnungen: meist BiRN mit dem System BNK (günstigste Zertifizierungsgebühr, ab 595 € netto) oder DGNB „Kleine Wohngebäude". • Mehrfamilienhaus: BiRN (BNG), NaWoh (ab 3 Wohnungen, wohnungswirtschaftsnah) oder DGNB (umfangreich, gut für Investoren mit ESG-Anforderungen). • Eine vierte Stelle, ZERT-NG/LNB, ist ausschließlich für öffentliche Auftraggeber (§ 98 GWB) — für private Bauherren nicht nutzbar. Die amtlichen QNG-Anforderungen sind bei allen Stellen gleich; unterschiedlich sind Umfang der Zusatzkriterien, Gebühren und Zielgruppe. (Quelle: zertifizierungsstellen der Stellen, Stand Juli 2026)
Was kostet das QNG — und wie läuft es ab?
Die Kosten bestehen aus zwei Blöcken. Erstens die Zertifizierungsgebühr an die Stelle (netto): BiRN BNK für 1–5 Wohnungen 595 € bis 1.495 €; DGNB „Kleine Wohngebäude" bis 12 WE 750 € bis 2.950 € plus QNG-Prüfung 400–750 €; NaWoh ab 3 WE Pre-Check 1.400 € plus Siegel ab 5.500/6.000 €. Zweitens das Auditor-Honorar — es wird individuell vereinbart, ist meist der größte Kostenblock und wird von keiner Stelle veröffentlicht. Der Ablauf in Kürze: 1. Auditor beauftragen, möglichst vor dem Bauantrag. 2. Projekt bei der Zertifizierungsstelle anmelden (zwei Verträge). 3. KfW-Antrag vor Baubeginn stellen — dafür zählt der Pre-Check des Beraters, das Zertifikat selbst kommt erst später. 4. Planen und bauen mit Nachweisen (Fotodokumentation ist Pflicht). 5. Nach Fertigstellung einreichen (bei BiRN z. B. 8–10 Wochen pro Prüfrunde). 6. Zertifikat und QNG-Siegel: Die Stelle meldet den Abschluss dem Bund, Sie erhalten eine Registrierungsnummer — erst damit ist das QNG als KfW-Nachweis brauchbar. (Quelle: Gebührenordnungen der Stellen, Stand Juli 2026)
Unabhängiger Hinweis
Diese Seite ist eine unabhängige Information für Bauherren und kein offizielles Angebot des Bundes. Das „Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude" (QNG) ist ein Gütesiegel des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB). Wir bevorzugen keine Zertifizierungsstelle und verkaufen kein Siegel. Alle Zahlen stammen aus den offiziellen Quellen (qng.info, kfw.de sowie den Gebühren- und Kriterienunterlagen der Stellen) mit Stand Juli 2026. Die finale Zertifizierung erfolgt ausschließlich über eine akkreditierte Zertifizierungsstelle und deren Auditoren; eine Vorprüfung liefert nur eine erste Einschätzung.
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